Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen
++ Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen der Freiwilligen Feuerwehr Au i. d. Hallertau:
Forderndes Einsatzjahr und neue Kommandanten ++
Am 27. Februar 2026 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Au i. d. Hallertau in der Hopfenlandhalle statt. Vorsitzender Martin Stanglmaier konnte dazu zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter Bürgermeister Hans Sailer, die stellvertretende Bürgermeisterin Beatrix Sebald, Kreisbrandinspektor Roman Bittrich und Kreisbrandmeister Markus Forster als Vertreter der Kreisbrandinspektion sowie die Ehrenkreisbrandinspektoren Erwin Holzmann und Helmut Baur.
Nach einem Totengedenken und der Vorstellung der Tagesordnung blickte der Vorsitzende auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurück. Neben der Unterstützung zahlreicher gemeindlicher und kirchlicher Veranstaltungen – etwa beim Volkstrauertag und der Fronleichnamsprozession – stand vor allem das kameradschaftliche Miteinander im Mittelpunkt. So organisierte der Verein unter anderem ein Steckerlfischessen sowie eine Schlauchbootfahrt auf der Donau mit anschließendem Grillen. Ebenso nahm man an mehreren Jubiläen von Orts – und Nachbarwehren teil. Ein Highlight war der traditionelle Vatertagsausflug mit den Kameraden der Feuerwehr Mainburg sowie die Teilnahme am lebendigen Adventskalender mit einer großen Lichterfahrt. Als bedeutende Neuerung konnte zudem die fertiggestellte Terrassenüberdachung am Feuerwehrhaus vorgestellt werden.
- Letzte Jahreshauptversammlung für Kommandant Biendl -
Für Kommandant Sebastian Biendl war es die letzte Jahreshauptversammlung in seiner Funktion als erster Kommandant der Wehr. Mit Blick auf die anstehenden Neuwahlen legte er nach einer Periode als Stellvertreter und sechs Jahren an der Spitze sein Amt nieder, bleibt der Feuerwehr jedoch weiterhin als aktives Mitglied und Zugführer erhalten. In seinem Jahresbericht ging er auf zahlreiche Neuerungen der vergangenen Jahre ein. Dazu zählten unter anderem Umbauten und Modernisierungsarbeiten an den Fahrzeugen, die Umstellung auf Einflaschengeräte bei den Pressluftatmern und die Beschaffung weiterer moderner und wichtiger Ausrüstung für die Wehr.
Biendl zog am Ende seines Rückblickes ein Fazit seiner sechsjährigen Amtszeit und dankte allen Aktiven sowie der Gemeinde für die verlässliche Unterstützung, die er stets schätzte. Seiner Mannschaft und seinem Nachfolger wünschte er alles Gute und vor allem, dass alle Einsatzkräfte stets gesund von Übungen und Einsätzen zurückkehren. „Das ist alles, was zählt“
- Intensive Ausbildung und starke Jugend -
Stellvertretender Kommandant Sebastian Elfinger berichtete über die Ausbildungsaktivitäten des vergangenen Jahres. Ein Highlight war eine Eisrettungsübung im Januar gemeinsam mit der Wasserwacht Moosburg. Ebenso beeindruckend war die Besichtigung des Intensivtransporthubschraubers „Christoph München“. Eine größere Übung zum Thema Absturzsicherung mit der Feuerwehr Mainburg sowie weitere kleinere Übungen zu Verkehrsunfällen und Brandeinsätzen rundeten das Ausbildungsjahr ab. Elfinger dankte allen Ausbildern und Unterstützern für ihr Engagement und ihre Zeit, die sie in die wertvolle und wichtige Ausbildung stecken.
Jugendwart Markus Müller informierte über die Arbeit der Jugendfeuerwehr, die aktuell 24 Mitglieder zählt und damit zu den stärksten Jugendgruppen im Landkreis gehört. Unter den Jugendlichen befinden sich auch drei weibliche Nachwuchskräfte. Gemeinsam mit seinem Jugendwartkollegen Sebastian Seidl organisierte man zahlreiche Übungen und Veranstaltungen. Die Jugendlichen nahmen unter anderem an der 20 – Jahre -Jubiläumsübung der Jugendfeuerwehr Tegernbach teil, führten eine größere Gemeinschaftsübung mit der Feuerwehr Attenkirchen durch und veranstalteten eine eigene 24-Stunden-Übung in Au. Ein besonderer Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr auf dem Thema Erste Hilfe, um die Einsatzkräfte von morgen optimal auf den späteren Einsatzalltag vorzubereiten. Ihr Können konnten die Jugendlichen dann beim Wissenstest im Dezember 2025 unter Beweis stellen.
51 Einsätze – hoher Anteil an Bränden -
Schriftführer Sebastian Brendel blickte auf ein forderndes Einsatzjahr zurück. Insgesamt wurde die Feuerwehr Au 2025 zu 51 Einsätzen alarmiert. Neben zahlreichen Einsätzen im sog. „Tagesgeschäft“ – darunter Verkehrsunfälle, ausgelöste Brandmeldeanlagen und kleinere Brände – gab es auch mehrere Einsätze, die besonders in Erinnerung bleiben werden.
Im Februar kam es bei einem Brandeinsatz zu einem tätlichen Angriff auf Einsatzkräfte der Auer Wehr, glücklicherweise ohne Verletzte. Im April unterstützte die Feuerwehr Au bei einem Großbrand eines Stadels in Tegernbach, der gemeinsam mit mehreren Wehren erfolgreich gelöscht wurde. Zudem leisteten die Aktiven bei mehreren schweren Verkehrsunfällen Erste Hilfe, unter anderem bei einem Motorradunfall Höhe Königsgütler sowie bei einer Personenrettung aus einem Pkw im April. Wie wichtig die schnelle und professionelle Hilfe der Feuerwehr für die Einwohner der Ortschaft ist zeigte ein Einsatz im März: Die Ehrenamtlichen wurden gemeinsam mit dem Rettungsdienst zu einer laufenden Reanimation im Ortsgebiet alarmiert. Die Feuerwehr traf als erstes am Einsatzort ein, übernahm die Wiederbelebungsmaßnahmen und unterstützte im weiteren Verlauf die notärztliche Versorgung des Patienten – „dank der schnellen und qualitativ hochwertigen Maßnahmen konnte hier ein Leben gerettet und so ein Unterschied gemacht werden“, so Brendel.
Mit 19 Brandeinsätzen (37% der Gesamteinsätze) verzeichnete die Auer Wehr einen im Landkreis vergleichsweise hohen Anteil an Brandeinsätzen, während andere Wehren im Schnitt deutlich häufiger im Bereich der technischen Hilfeleistung gefordert waren.
- Solide Finanzen und einstimmige Entlastung -
Den Kassenbericht übernahm Vorsitzender Martin Stanglmaier stellvertretend für die erkrankte Kassierin Anita Stanglmaier. Der Verein unterstützte im vergangenen Jahr unter anderem Veranstaltungen, die Jugendarbeit sowie das eigene Hallenfest und den Tag der offenen Tür. Einnahmen wurden insbesondere durch Spenden, Zuwendungen, den Tag der offenen Tür und das Feuerwehrheft erzielt. Insgesamt steht die Vereinskasse weiterhin auf soliden Füßen. Kassenprüfer Alexander Hausler bestätigte eine einwandfreie und ordnungsgemäße Führung der Kasse. Die anwesenden Mitglieder entlasteten die Vorstandschaft anschließend einstimmig.
- Dank und Anerkennung in den Grußworten -
In seinen Grußworten erinnerte Bürgermeister Hans Seiler an seine erste Jahreshauptversammlung bei der Auer Wehr vor sechs Jahren – ebenfalls im Rahmen von Neuwahlen, bei denen Biendl damals ins Amt gewählt wurde. Er betonte, wie schnell die Zeit vergangen sei und wie viel in dieser Periode bewegt wurde. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Gemeinde bezeichnete er als vertrauensvoll und konstruktiv. „Besonders erfreulich“ sei auch der steigende Anteil weiblicher Einsatzkräfte, so der Bürgermeister. Er dankte allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement im vergangenen Jahr und bedankte sich bei Kommandant Biendl für seinen Einsatz in insgesamt 10 Jahren als Führungskraft.
Kreisbrandinspektor Roman Bittrich würdigte die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Au. „Man sieht, dass sehr viel los ist bei euch – sowohl im Verein als auch bei den Aktiven“, betonte er. Besonders die hohe Zahl an Brandeinsätzen sei bemerkenswert im Vergleich zum Rest des Landkreises. Er unterstrich die Bedeutung des Ehrenamtes und warb eindringlich dafür, sich weiterhin in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Auch die Jugendarbeit in Au hob er hervor – mit 24 Jugendlichen nehme die Wehr hier im Landkreis ebenfalls eine Spitzenposition ein. Er dankte ebenfalls dem Rathaus für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr: „Die Feuerwehr braucht die Gemeinde – und die Gemeinde braucht die Feuerwehr“, so Bittrich.
- Ehrungen und Neuaufnahmen -
Nach den Grußworten standen noch Ehrungen und Neuaufnahmen auf der Tagesordnung. Kommandant Sebastian Biendl war es eine besondere Freude, gemeinsam mit Vorsitzendem Martin Stanglmaier zwei langjährige Einsatzkräfte für ihre Treue zur Feuerwehr auszuzeichnen. Michael Schirm wurde für 25 Jahre aktive Dienstzeit geehrt, Stephan Maier sogar für 40 Jahre. Zudem durfte die Wehr zwei neue aktive Mitglieder in ihren Reihen willkommen heißen: Lukas Goldbrunner und Christoph Kaiser wurden mit dem traditionellen Handschlag des Kommandanten offiziell in die Freiwillige Feuerwehr Au aufgenommen.
- Neuwahlen -
Nach einer kurzen Pause wurde unter Leitung von Bürgermeister Hans Seiler der Wahlausschuss gebildet, dem zudem Beatrix Sebald sowie Kreisbrandinspektor Roman Bittrich angehörten. Im Anschluss begann die Wahl der neuen Kommandanten.
Für das Amt des ersten Kommandanten wurde Sebastian Elfinger vorgeschlagen. Von 48 stimmberechtigten Anwesenden entfielen 33 Ja-Stimmen auf ihn, bei 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Elfinger nahm die Wahl an und ist somit neuer erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Au.
Für das Amt des stellvertretenden Kommandanten wurden Dominik Schreer und Michael Schirm aus den Reihen der Mannschaft vorgeschlagen. Auf Schreer entfielen 18 Ja-Stimmen, auf Schirm 25 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen. Damit wurde Michael Schirm zum neuen zweiten Kommandanten gewählt. Auch er nahm die Wahl an.
Bürgermeister Sailer sowie die Vertreter der Kreisbrandinspektion gratulierten dem neuen Führungsduo und wünschten ihnen ein glückliches Händchen bei allen anstehenden Entscheidungen.
- Nachwahl zur erweiterten Vorstandschaft -
Im Anschluss an die Kommandantenwahl musste zudem die erweiterte Vorstandschaft nachbesetzt werden, da Michael Schirm bislang dem Vereinsausschuss angehörte und durch seine Wahl zum stellvertretenden Kommandanten ein Posten als Ausschussmitglied frei wurde. Die notwendige Nachwahl wurde direkt durchgeführt. Dabei wurde Dominik Schreer als Nachrücker in den Vereinsausschuss gewählt.
Zum Abschluss der Versammlung war es Vorsitzendem Martin Stanglmaier und seinem Stellvertreter Stefan Kehren ein besonderes Anliegen, den scheidenden Kommandanten Sebastian Bindel würdig zu verabschieden. Als Zeichen der Anerkennung erhielt er eine große Fotoleinwand mit Eindrücken aus sechs Jahren Amtszeit – mit Bildern von Übungen, Einsätzen und besonderen Momenten als Einsatzleiter und Führungskraft. Biendl bedankte sich im Anschluss nochmals bei seiner Mannschaft für den starken Zusammenhalt und die Unterstützung während seiner Amtszeit.
Mit einem Applaus endete die Versammlung im Anschluss.